Herr Präsident! Meine Damen und Herren!
Herr Miesner, ich hatte mich bei Ihrer Rede etwas gewundert, weil ich mich sechs Minuten lang gefragt habe, was Ihre Ausführungen mit dem Antrag direkt zu tun haben. Sie haben es dann eine Minute lang - ich habe auf die Uhr geschaut - geschafft, auf dieses Thema einzugehen, was man an Schulen im Bereich der Energiebildung tun kann.
(Klaus Rickert [FDP]: Haben Sie auf die Uhr geschaut oder zugehört?)
Sei’s drum! Wir alle stehen vor großen Herausforderungen. Das Thema Klimawandel ist in aller Munde. Sie alle haben gehört, dass der CO2-Ausstoß steigt. Auch die Temperaturen können wir uns jeden Tag ansehen. In Durban wird fürchterlicherweise auch nicht viel herauskommen; davon gehe ich aus. Von daher können wir uns natürlich sofort miteinander einigen, dass es wichtig ist, kleine Kinder, Grundschulkinder, ältere Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mit dem Thema Energie vertraut zu machen. Sie müssen mit den Fragen vertraut gemacht werden, wie Energie erzeugt wird, wie sie verbraucht wird, welche Materialien wie viel Energie verbrauchen, welche Konsumgüter besonders energieaufwendig herzustellen sind. Da kann man, natürlich auf unterschiedliche Altersstufen abgestimmt, sehr viel tun.
Ich möchte hier einmal das positive Beispiel der Grundschule in Dannenberg erwähnen, die auf einer sehr großen Anzeigetafel den Schülerinnen und Schülern deutlich macht, wie viel Energie gerade durch die Fotovoltaikanlage auf der Schule erzeugt wird, wie viel Energie durch die Solarthermieanlage oder die Holzschnitzelanlage erzeugt wird. Das wird ihnen kindgerecht nahe gebracht. Diese Kinder wissen, woher der Strom kommt und was wie viel Strom verbraucht. Das wird sinnlich erfahrbar gemacht, das wird ihnen nahe gebracht. Das alles kann man machen.
Wenn man nun Ihren Antrag anschaut und die Überschrift liest - „Bürger umfassend informieren und aufklären - durch Energiebildung die Energiewende erfolgreich meistern“ -, klingt das zunächst einmal schön. Dann macht man sich natürlich auf die Suche nach der Substanz in Ihrem Antrag und schaut, wie die Niedersächsische Landesregierung dieses Thema jetzt kraftvoll angehen will, welche Aktionen sie jetzt alle ergreifen will, um in diesem Sinne etwas zu tun. Man schaut also und liest: Erstens zu prüfen, zweitens zu prüfen, drittens zu prüfen, viertens bei der Prüfung Erkenntnisse einzubeziehen, fünftens zu untersuchen, sechstens zu prüfen, siebtens zu erörtern und achtens - jetzt kommt der Höhepunkt Ihrer Handlungsfähigkeit als Niedersächsische Landesregierung - eine jährliche Preisverleihung vorzusehen. - Herzlichen Glück-wunsch, meine Damen und Herren!
(Heiterkeit und Beifall bei der LINKEN)
Ist das Ihr Ernst? Ist das Ihr Beitrag zur Energiewende? Soll das alles gewesen sein, dass Sie vorgekaute Inhalte von Lobbyisten in einen solchen Antrag konsolidieren?
(Claus Peter Poppe [SPD]: Ja!)
Ich bitte Sie! Das, was Sie hier zeigen, ist, dass Sie erfolgreich Verantwortungsminimalisierung betreiben können. Dass Sie dazu in der Lage sind, haben Sie mit diesem Antrag einmal mehr bewiesen. Der gehört in den Papierkorb. Ziehen Sie ihn noch schnell zurück. So ersparen Sie sich wenigstens eine kleine Blamage.
(Beifall bei der LINKEN - Christian Grascha [FDP]: Alles machen Sie richtig! - Gegenruf von Kurt Herzog [LINKE]: Das hat Sie ja hart getroffen!)