Pressemitteilungen

Aktuelle Meldungen im Detail


26. August 2008 Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin

DIE LINKE zum Bildungsmonitor: Jubel des Landesregierung ist fehl am Platz – falsche Maßstäbe bringen irreführende Ergebnisse

Hannover. Völlig fehl am Platz: Die Fraktion DIE LINKE im Landtag kann nicht in den Jubel der Landesregierung über den fünften Platz Niedersachsens bei der jetzt veröffentlichten Bildungsmonitor-Studie einstimmen. Die Studie, finanziert von der fragwürdigen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ und vom Institut der deutschen Wirtschaft, sei kein Beweis für den Erfolg der vorgenommenen Bildungsreformen. „Die angewandten Maßstäbe der Studie sind falsch, die Ergebnisse deshalb völlig irreführend“, sagt Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin. „Das Bildungssystem in Niedersachsen bleibt eine große Baustelle.“

Beispielsweise werde unter dem Indikator „Zeiteffizienz“ die Entwicklung bejubelt, dass 66 Prozent der Studienanfänger den Bachelor-Studiengang wählen. „Das sagt gar nichts über die Qualität eines Bildungssystems aus. Kurze Studiengänge sind nicht zwangsläufig die besseren Studiengänge“, erklärt Reichwaldt. Ernüchternd sei auch weiterhin die Schulabbrecher-Quote. In Niedersachsen liege sie immer noch bei 8,5 Prozent. „Jeder Schulabbruch ist einer zu viel“, sagt Reichwaldt.

Erschreckend seien auch die Versäumnisse bei der Integration: Fast jeder vierte ausländische Jugendliche verlasse die Schule ohne Abschluss. „Das ist ein Armutszeugnis für alle Reformmaßnahmen in diesem Bereich und verdeutlicht einmal mehr die verheerende Wirkung des selektiven Schulsystems“, sagt Reichwaldt.
Andere Indikatoren seien in der Studie gar nicht zu finden oder gingen unter: Die Frauenförderung oder die soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems. So sei die soziale Durchlässigkeit (Niedersachsen: Platz 12) lediglich ein Unterpunkt im Bereich der Integration.

Christian Degener