
Hannover. Kurt Herzog, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, hat jetzt die dem Landtag vorgetragene Kernaussage der Deutschen Energie Agentur (DENA) kritisiert, dass es in Deutschland zu einem Stromversorgungsengpass kommen könnte. „Die von der DENA vorausgesagte ‚Stromlücke‘ wird es nicht geben. Diese Voraussage basiert auf unrealistischen Annahmen und spielt Forderungen von Atom- und Kohlekraftwerksbetreibern in die Hände“, kritisierte Herzog. Selbst das Umweltbundesamt bestreite eine mögliche Versorgungslücke. „Auch wenn die DENA keine klaren Empfehlungen ausspricht, liegt auf der Hand, dass sie indirekt für Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken plädiert und auch für den massiven Neubau von Kohlekraftwerken.“ Doch Niedersachsen brauche keine Laufzeitverlängerungen und neue Kohlekraftwerke.
Die Energie Agentur mache sich zum Sprachrohr der extrem rückständigen Energiepolitik der Großkonzerne. Ihre Aufgabe sollte es stattdessen sein, die ganze Bandbreite von Möglichkeiten zu entwickeln und aufzuzeigen, um die existenziell wichtige Energiewende voranzubringen, betonte Herzog. Ein erster Schritt sei, einen Teil des am Tag verbrauchten Stroms in die Nachtstunden zu verlagern sowie ein flexibles Lastabgabesystem, um die Verbrauchsspitzen und damit die Kraftwerkskapazitäten zu deckeln. „Kurz gesagt: Je klüger und effizienter gedacht und gehandelt wird, desto weniger Kraftwerke werden gebraucht“, sagte Herzog.