Pressemitteilungen

Aktuelle Meldungen im Detail


30. Juli 2008 Kurt Herzog, umweltpolitischer Sprecher

DIE LINKE zur Asse: Umweltministerium „unfassbar naiv“ – Inhalte der eingelagerten Fässer müssen überprüft werden, nicht die Etikettierungen

Hannover. Bei der Überprüfung der in der Asse eingelagerten Fässer mit Atommüll will sich das niedersächsische Umweltministerium auf die Dokumentationen des Betreibers verlassen. Anhand der Fässer-Etikettierungen soll die „Plausibilität“ der Angaben geprüft werden, kündigten die Verantwortlichen heute in Hannover an. „Das ist unfassbar naiv“, sagt Kurt Herzog, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag. Nach den bekannt gewordenen Ungereimtheiten und Schlampereien vertraue man dem Betreiber plötzlich wieder -  „woher nimmt das Umweltministerium dieses Vertrauen?“, fragt Herzog: „Vermutlich bekommt die Landesbehörde erst Zweifel an den Aussagen des Betreibers, wenn er Milch, Weizen oder ökologische Babynahrung als Inhalt der Fässer deklariert.“

Dass man sich auf Begleitzettel nicht verlassen kann, habe der Mol-Fässer-Skandal in Gorleben in den 90-er Jahren bewiesen. „Damals waren Hunderte Fässer falsch deklariert worden. Sie mussten abtransportiert und umkonditioniert werden“, erklärt Herzog.  Der Umweltexperte fordert, die eingelagerten Fässer endlich auf ihren tatsächlichen Inhalt zu überprüfen – dazu sollten die Fässer stichprobenartig getestet werden. „Wir wollen eine umfassende Aufklärung über alles, was in dem Bergwerk lagert“, sagt Herzog, „auch über die chemische Zusammensetzung in den Fässern, um heftige, unkontrollierte chemische Reaktionen abschätzen zu können“. Herzog untermauerte noch einmal die Forderung seiner Fraktion nach Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses.

Christian Degener