
Hannover. Die Landesregierung dürfe bei den Planungen für eine leistungsfähige Hinterland-Anbindung der dynamisch wachsenden Seehäfen nicht alternativlos auf den Bau der so genannten Y-Bahn-Trasse setzen. „Mit dieser Trasse ist der wachsende Güterverkehr nicht zu bewältigen“, sagte Ursula Weisser-Roelle, wirtschafts- und verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion, in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Außerdem seien entgegen den Behauptungen von CDU, FDP und auch SPD Alternativen zur Y-Trasse notwendig und auch möglich.
Weisser-Roelle schlug in der Ausschusssitzung vor, den Lückenschluss Aurich-Wittmund-Wilhelmshaven auf den Weg zu bringen. Die verkehrspolitische Sprecherin verwies auf eine Veranstaltung vom 25. Juni in Aurich, bei der Experten der Con Track GmbH, Consulting Gesellschaft für Schienenbahnen, Hannover, die mögliche Trassierung und die technische Machbarkeitsstudie vorgestellt hatten. „Demnach bieten sich mit dem Lückenschluss sehr gute verkehrsorganisatorische und auch kostengünstigere Möglichkeiten vor allem für die Bewältigung des wachsenden Container- und Schwerlastverkehrs zwischen Wilhelmshaven und dem Ruhrgebiet“, erklärt Weisser-Roelle. Die Linksfraktion fordert Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche auf, sich umgehend mit den Planungen für den Lückenschluss Aurich-Wittmund-Wilhelmshaven zu befassen und die erforderlichen Entscheidungen vorzubereiten.
Die Landesregierung halte an der Y-Trasse Hannover-Hamburg/Bremen als ihr Prestigeobjekt fest - „eine verkehrspolitische Fehlentscheidung“, kritisiert Weisser-Roelle. Denn die vorhandenen Strecken zur Anbindung der Y-Trasse an den Hamburger Hafen hätten schon längst ihre Kapazitätsgrenze erreicht, ähnlich sei die Situation am stark belasteten Verkehrsknoten Bremen. Außerdem befürchtet Weisser-Roelle eine Kostenexplosion beim Bau der Y-Trasse.