
Hannover. Anlässlich der Debatte um Klimaschutzziele für Niedersachsens Landwirtschaft fordert DIE LINKE. Fraktion im Landtag, der Vermeidung klimarelevanter Emissionen Vorrang zu geben vor der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. „Wenn wir klimarelevante Emissionen nicht heute verringern, werden morgen die Folgekosten spürbar steigen“, sagte die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Marianne König. Für den Klimaschutz müsse auch in der Landwirtschaft schnell gehandelt werden.
König forderte, Reststoffe besser zu nutzen. Die Bauern sollten mit Gülle und Mist Biogasanlagen betreiben und so ihre Methanemissionen reduzieren – Methan sei schließlich zwanzigmal klimaschädlicher als CO2. „China verfügt heute über mehr als 5 Millionen Biogasanlagen aller Größenordnungen zur Nutzung landwirtschaftlicher Abfälle“, sagte König. „Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.“
Auch beim Anbau von Biomasse zur Energieversorgung – einem Schwerpunkt der niedersächsischen Landwirtschaft – sollten Landwirte und Verbände neue Wege gehen, forderte König: „Monokulturen mit hohem Aufwand an Dünger und Pestiziden ergeben für den Anbau von Biomasse keinen Sinn. Besonders in Süddeutschland kann man aber sehen, wie mit optimalem Flächenmanagement, Mischfruchtanbau und Untersaaten weit bessere Ergebnisse erzielt werden, ohne den Boden zu schädigen.“
Wichtig sei auch die Aufklärung über den Einfluss der Ernährung auf den Klimaschutz. „Klimaschutz-Botschafter können in den Schulen am Beispiel Gesundes Essen aus der Region erklären, wie Klimaschutz in der Praxis funktioniert“, sagte König. Eine Vorlage dafür biete die von der LINKEN Landtagsfraktion im Haushalt 2009 vorgeschlagene regionale Schulspeisung aus ökologischem Landbau.
Die Überschussproduktion von Milch und Fleisch muss im Zuge der Anpassung der EU- Agrarsubventionen abgesenkt werden. „Aktuell erleben unsere Micherzeuger die Nachteile einer reinen Wachstumsphilosophie mit Orientierung am Weltmarkt“, so König. Der Exportorientierung großer niedersächsischer Landwirtschaftsverbände sollte deshalb mittelfristig Einhalt geboten werden.