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28. Oktober 2008 Patrick Humke-Focks, sozialpolitischer Sprecher

DIE LINKE lehnt Einsatz von jugendlichen Alkohol-Testkäufern ab

Hannover. In Hannover sollen künftig 16 und 17 Jahre alte Auszubildende der Polizei losgeschickt werden, um zu testen, ob beim Verkauf von Alkohol das Jugendschutzgesetz eingehalten wird. Die Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag lehnt den Einsatz jugendlicher Testkäufer strikt ab. „Hier wird ohne ein pädagogisches Konzept und ausschließlich mit repressiven Mitteln gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen vorgegangen“, kritisierte Patrick Humke-Focks, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion. „Die Auszubildenden und ihre Eltern sollten sich nicht für ein solches Projekt missbrauchen lassen“, rät er.

Man dürfe die jugendlichen Testkäufer nicht zu Informanten machen. „Das legt eine Verantwortung auf sie, die völlig unangemessen ist“, sagte Humke-Focks. Der sozialpolitische Sprecher forderte stattdessen den vermehrten Einsatz von ausgebildeten Streetworkern. Städte wie Göttingen hätten auf diesem Wege Erfolge erzielt. Deshalb sei es sinnvoll, im kommenden Haushalt Geld zur Einstellung von Sozialarbeitern sowie für die Finanzierung einer Aufklärungskampagne an Schulen einzustellen.

Die Linksfraktion forderte darüber hinaus die Kommunen auf, stärker auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes zu achten – zuständig dafür seien allerdings die Ordnungsämter. Gaststätten, Klubs, Diskotheken und Kioske, die gegen das Gesetz verstoßen, müsse die Konzession entzogen werden, erklärte Humke-Focks.