
Hannover. Die Fraktion DIE LINKE im Landtag fordert die Landeregierung auf, den schleichenden Einzug der Gentechnik in die niedersächsische Landwirtschaft zu stoppen. „Mit sogenannten Versuchsflächen werden derzeit bereits Tatsachen geschaffen“, sagte die landwirtschaftliche Sprecherin der Linksfraktion, Marianne König. Die Linksfraktion begrüßte die heute vom Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft in einer Pressekonferenz vorgestellte „Kampagne für ein gentechnikfreies Niedersachsen“.
Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander schrecke selbst vor der Freigabe von Flächen in Biosphärenreservaten nicht zurück, was nach Einschätzung der Linken rechtliche Folgen auf EU-Ebene haben könnte, erklärte König. Schlichtweg falsch sei die Behauptung der FDP, der verstärkte Genmaisanbau gehe einher mit den humanitären Zielen zur Bekämpfung des Hungers in der Welt. „Von allen wichtigen Hilfsorganisationen wird abgestritten, dass Gentechnik bei der Hungerbekämpfung helfen würde“, sagte König. Der von der Landesregierung unterstützte Import bisher nicht zugelassener Futtermittel zur „Sicherung der Eiweißversorgung in der Landwirtschaft“ würde ebenfalls gegen EU-Recht verstoßen, erklärte die Linken-Abgeordnete.
Die Linksfraktion kritisierte außerdem, die Gentechnik zwinge Landwirte in eine neue Abhängigkeit - in die Abhängigkeit von Großkonzernen. „Diese Entwicklung muss von der Landesregierung entschieden bekämpft werden“, forderte König. In Kanada und den USA gebe es genügend Beispiele von Landwirten, die sich auf die Aussagen der Industrie verlassen und dadurch Schiffbruch erlitten hätten. Den dortigen Märkten drohe schon jetzt der Kollaps, erklärte König.