
Hannover. Angesichts der immer lauter werdenden Proteste in der CDU gegen das sogenannte Turbo-Abitur an Gesamtschulen hat DIE LINKE im Landtag Ministerpräsident Wulff zum Umdenken aufgefordert. „In immer mehr Kommunen und CDU-Kreisverbänden gibt es Widerstände gegen die Pläne auf Landesebene. Wenn Wulff und seine CDU schon nicht offen für die Argumente der Bildungsverbände, Eltern, Schüler, Lehrer und der Opposition ist, sollten sie zumindest auf ihre eigenen Leute hören“, sagte Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion.
Die Hannoversche Abgeordnete wies darauf hin, dass sich bereits viele niedersächsische Kommunalparlamente per Resolution gegen das Turbo-Abitur ausgesprochen hätten: zum Beispiel in Osterholz-Scharmbeck, Jesteburg und Göttingen. Nun habe auch der Vorstand der hannoverschen Christdemokraten Einwände. „Ich fordere Ministerpräsident Wulff auf, den Protesten nachzugeben und die Idee des Turbo-Abiturs an Gesamtschulen zu begraben. Keinesfalls darf jetzt der Gesetzgebungsprozess beschleunigt und das Turbo-Abitur in wenigen Wochen durchgepeitscht werden“, so Reichwaldt. Sie prophezeite den Regierungsfraktionen bei einem Festhalten am Turbo-Abitur einen „heißen Sommer“: „Die Demonstration am 9. Mai in Hannover wird nur der Auftakt sein. Schüler, Eltern, Lehrer und Bildungsverbände werden die Regierung konstant unter Druck setzen.“