
Hannover. Die Fraktion DIE LINKE im Landtag hat dem niedersächsischen Sozialministerium vorgeworfen, das Land Niedersachsen halte nicht ausreichend Impfstoffe gegen eine mögliche Grippepandemie vorrätig. „Die Landesregierung und Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann müssen sich fragen lassen, warum sie in unverantwortlicher Weise nur unzureichend Vorsorge getroffen haben und damit die Bevölkerung gefährden“, sagte Patrick Humke-Focks, der Gesundheitsexperte der Linksfraktion. Während Nordrhein-Westfalen für etwa 30 Prozent seiner Bevölkerung das Grippemittel Tamiflu vorrätig halte, liege dieser Wert in Niedersachsen lediglich bei etwa 11,5 Prozent. Dabei rate das Robert-Koch-Institut zu einer Versorgungsrate von 20 Prozent, die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehle sogar 25 Prozent. „Nordrhein-Westfalen ist insofern vorbildlich. Länder wie Brandenburg oder Hessen erfüllen mit etwa 20 Prozent immerhin die Empfehlung des Robert-Koch-Institutes – nur Niedersachsen erreicht lediglich knapp die Hälfte des genannten Wertes“, kritisierte Humke-Focks. Er könne deshalb nicht verstehen, warum die Ministerin stolz verkündet habe, Niedersachsen halte genügend Impfstoffe vorrätig.
Es sei dabei nicht die zentrale Frage, ob der aus Mexiko stammende Erreger H1N1 eine Pandemie auslöse und so die Unterversorgung in Niedersachsen zum Vorschein gebracht werde. „Wann eine gefährliche Grippe das Leben vieler Menschen auch bei uns bedrohen wird, kann nicht genau vorhergesagt werden. Aber dass es eines Tages eine neue bedrohliche Grippeepidemie geben wird, sollte – glaubt man den Fachleuten - unstrittig sein“, sagte Humke-Focks. Daher müsse zu jeder Zeit ein ausreichender Vorrat von wirksamen Medikamenten abrufbar sein. „Wir exportieren weltweit gute Medikamente, deshalb darf es nicht sein, dass wir sie vor Ort nicht ausreichend haben und so aus falscher Sparsamkeit das Leben vieler Menschen riskieren“, betonte Humke-Focks.