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20. August 2009 Hans-Henning Adler, rechtspolitischer Sprecher

DIE LINKE: Rechtspolitischer Fraktionssprecher hat im Selbstversuch illegal auf ein Fußballspiel gewettet

Hannover. Der rechtspolitische Sprecher der LINKEN im Landtag, Hans-Henning Adler, hat in einem Wettbüro in seiner Heimatstadt Oldenburg auf ein Fußballspiel gewettet, was in Niedersachsen nach dem Glücksspielstaatsvertrag illegal ist. Er erklärte heute in Hannover: „Mit diesem Selbstversuch wollte ich darauf hinweisen, dass illegale Wettbüros in Niedersachsen völlig unbehelligt ihr Geschäft mit Sportwetten betreiben können“. Dem Innenministerium hat Adler den Wettschein sowie einen offenen Brief geschickt, in dem er der Landesregierung Untätigkeit bei der Bekämpfung illegaler Wetten vorwirft. Gleichzeitig bittet er den Innenminister darin, ein gutes Wort für ihn bei Justizminister Bernd Busemann einzulegen. „Für den Fall, dass ich mich straffällig gemacht habe. Allerdings ging es mir natürlich nicht darum, Wettgewinne zu erzielen, sondern ich wollte die absurden Folgen des Glücksspielstaatsvertrages aufzeigen“, sagte Adler.

Der rechtspolitische Sprecher und stellvertretende Fraktionsvorsitzende hatte zuvor in einer Kleinen Anfrage von der Landesregierung wissen wollen, warum die Zahl der Annahmestellen für legale Glücksspiele wie Oddset, Keno Toto und Quicky reduziert wurde, und ob deren Begrenzung nicht absurd sei, wenn gleichzeitig illegale Wettbüros unbehelligt blieben. Die Landesregierung erklärte in ihrer Antwort, sie habe bereits 900 Untersagungsverfahren gegen Anbieter illegaler Glücksspiele eingeleitet. „Es ist aber sehr merkwürdig, dass es allein in Oldenburg zahlreiche Anbieter von Sportwetten gibt, die ganz offen ihren Geschäften nachgehen“, sagte Adler.

Adler hatte wiederholt die im Juli in Kraft getretene Verordnung von Toto-Lotto in Niedersachsen kritisiert, die eine Reduzierung der legalen Annahmestellen zur Folge hat. Nach Ansicht von Adler ist dadurch die wirtschaftliche Existenz der kleineren und weniger umsatzstarken Annahmestellen gefährdet, besonders im ländlichen Raum.