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9. Dezember 2009 Kurt Herzog, umweltpolitischer Sprecher

DIE LINKE: Wulffs Rede zur Verleihung des Staatspreises an Aloys Wobben war scheinheilig – mahnende Worte des Enercon-Chefs zur Energiepolitik in Niedersachsen werden überhört

Hannover. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Kurt Herzog, hat die Vergabe des Niedersächsischen Staatspreis an Aloys Wobben, den Chef des Windkraftanlagen-Herstellers Enercon, begrüßt. Allerdings sei die Lobrede von Ministerpräsident Christian Wulff scheinheilig gewesen. „Wulff lobte Wobbens Verdienst, will aber dessen mahnende Worte zur niedersächsischen Energiepolitik gern überhören“, sagte Herzog. Der Enercon-Chef hatte wiederholt kritisiert, dass ein Neubau von Kohlekraftwerken und ein Weiterbetrieb von Atomkraftwerken nicht mit einem zukunftsfähigen Mix aus erneuerbaren Energien vereinbar seien. „Doch genau dafür steht die Landesregierung: für eine rückschrittliche Energiepolitik mit Atom- und Kohlekraft“, sagte Herzog.

Da sich Wobben mit seinen guten Ideen gegen die Widerstände in Politik und Wirtschaft durchgesetzt habe, sei Wulff nicht an ihm vorbei gekommen. „Herr Wobben verfügt über ein Firmenimperium mit mehr als 12.000 Mitarbeitern – das beeindruckt auch Wulff und seine Parteifreunde“, sagte Herzog. Wulff müsse nun seinem Lob Taten folgen lassen und sich dafür einsetzen, dass keine neuen Kohlekraftwerke in Niedersachsen gebaut werden. Gelegenheit dazu habe der Ministerpräsident beispielsweise in Dörpen, wo ein neues Kraftwerk entstehen soll. Enercon-Chef Wobben hatte sich gegen dieses Projekt ausgesprochen, weil er dort eine Rotorblätter-Produktionsstätte für Windkraftanlagen bauen will – allerdings nur, wenn dort kein Kohlekraftwerk entsteht. „Herr Wulff könnte seinen Einfluss nutzen, damit Herr Wobben sein Vorhaben umsetzen kann. Dies würde rund 1000 neue Jobs schaffen“, erklärte Herzog.