
Wolfenbüttel. Die Linksfraktion im Niedersächsischen Landtag wertet die Lichterkette von Braunschweig über das Atommülllager Asse und Wolfenbüttel bis zum Schacht Konrad als großen Erfolg der Anti-Atom-Bewegung. In Wolfenbüttel hatten sich auch zahlreiche Abgeordnete der LINKEN aus dem Niedersächsischen Landtag und dem Bundestag in die Lichterkette eingereiht. Der umweltpolitische Sprecher der Landtags-LINKEN, Kurt Herzog, sagte nach der Aktion: „Heute Abend haben 15.000 Teilnehmer eines gezeigt: Sie werden nicht akzeptieren, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.“
Die Demonstration sei auch ein Ruf nach öffentlicher Beteiligung bei der Aufklärung des Asse-Skandals gewesen, so Herzog: „Jeder Schritt, der jetzt gemacht wird, jede Information, die in der Asse-Begleitgruppe diskutiert und in der Arbeitsgruppe Optionenvergleich verhandelt wird, muss unverzüglich öffentlich gemacht werden.“ Verzögerungen wie 2008, bei der Bekanntmachung Gebirgsbewegungen, dürfe es nicht mehr geben, sonst machten sich Umweltminister Gabriel und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als neuer Betreiber vollends unglaubwürdig.
Herzog forderte, dass auch das Schließungskonzept für die Asse öffentlich diskutiert wird: „Warum verfolgt eine Mehrheit der AG Optionenvergleich weiterhin das Flutungskonzept des Alt-Betreibers HMGU als eine der vorrangig zu betrachtenden Schließungsmöglichkeiten, obwohl sich die Wissenschaftler der AG, Krupp und Bertram, seit langem dagegen aussprechen? Solche Fragen dürfen nicht länger hinter verschlossenen Türen verhandelt werden!“
Nach den Massenprotesten gegen den Castor-Transport im Herbst sei die Lichterkette mit 15.000 Teilnehmer ein weiteres Signal an die Regierungen in Berlin und Hannover, so Herzog: „Wenn es nach den Bürgerinnen und Bürgern geht, hat die Atomenergie mit all ihren unlösbaren Problemen hierzulande keine Zukunft. Ihre Nutzung muss unverzüglich beendet werden.“