
Hannover. Die Linksfraktion im Niedersächsischen Landtag wird den Polizeieinsatz im Anschluss an das Fußballspiel Kickers Emden gegen FC Carl Zeiss Jena zum Thema im Landtag machen. Die Fraktion will in einer parlamentarischen Anfrage an die Landesregierung die Hintergründe dieses Einsatzes in Erfahrung bringen. „Die Augenzeugenberichte vermitteln den Eindruck, dass die Polizei überzogen reagiert hat.“, sagte Kreszentia Flauger, Vorsitzende der Linksfraktion. Ihre Fraktion will erfahren, wie der Polizeieinsatz aus Sicht der Landesregierung verlaufen ist und ob er verhältnismäßig war. Zudem will Flauger wissen, ob und mit welchen Akteuren (Polizei, Fan-Initiativen, Vereine) eine Deeskalationsstrategie für das Spiel vorbereitet wurde.
Zum Hintergrund: In der Halbzeit-Pause des Fußballspiels BSV Kickers Emden gegen FC Carl Zeiss Jena am 21. Februar 2009 soll ein Fan aus Jena einer Polizei-Fotografin seinen ausgestreckten Mittelfinger gezeigt haben. Nach Abpfiff des Spiels, das in Emden stattfand, wollten mehr als ein Dutzend Beamte den Stinkefinger-Zeiger stellen. Da sich dieser in einer Gruppe befand, gingen etwa 15 Polizisten gegen diese ohne Vorankündigung vor, um den angeblichen Täter zu fassen. Dabei wurden nach Angaben von Betroffenen Ordner des Gastvereins, der Leiter des Jenaer Fanprojekts, ein Rechtsanwalt sowie weitere unbeteiligte Personen von den Polizisten zu Boden gerissen.