
Hannover. Die Fraktion DIE LINKE im Landtag hat sich irritiert über Äußerungen des niedersächsischen SPD-Landesvorsitzenden Garrelt Duin gezeigt. Duin hatte sich in einem heute (Dienstag) veröffentlichten Interview für ein zweigliedriges Schulsystem ausgesprochen und damit der Auffassung der Bildungspolitiker der SPD-Landtagsfraktion widersprochen. „Im Fachausschuss habe ich immer gemeinsam mit meinem SPD-Kollegen für eine gemeinsame Schule für alle das Wort ergriffen“, sagte Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. „Was Herr Duin dagegen jetzt vorschlägt, fördert die Selektion: Die Kinder werden aufgeteilt in ein Gymnasium und in eine Art Restschule.“
Reichwaldt untermauerte die Forderung ihrer Fraktion nach einem gemeinsamen Lernen bis zur zehnten Klasse. „Nur mit einer gemeinsamen Schule für alle kann die soziale Spaltung in unserem Schulsystem überwunden werden. Die Abschaffung der Hauptschule allein löst das Problem nicht, sondern verlagert es nur“, ergänzte Patrick Humke-Focks, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion. Er forderte die SPD auf, sich eindeutig zum Modell der Integrierten Gesamtschule zu bekennen und „keine faulen Kompromisse einzugehen".