
Hannover. Die Fraktion DIE LINKE im Landtag hat die von der Landesregierung geplante Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen in strukturschwachen Gebieten kritisiert. „Das einzig Positive an dem Vorschlag ist: Die Landesregierung gibt endlich zu, dass die Hauptschulen vor dem Aus stehen“, sagte Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Doch die Landesregierung ziehe aus ihrer verspäteten Erkenntnis weiterhin die falschen Schlüsse: Sie halte an einem selektiven Schulsystem fest, anstatt endlich die von vielen geforderte Integrierte Gesamtschule zu fördern.
Ein Zwei-Säulen-Modell bestehend aus Gymnasium und Haupt-Realschule verschärfe die Selektion und zementiere die soziale Spaltung und Benachteiligung. „Wir brauchen eine demokratische, sozial gerechte, emanzipatorische Schulbildung für alle – und die ist nur durch die Abschaffung des selektiven Schulsystems möglich“, sagte Reichwaldt. Die bildungspolitische Sprecherin verwies darauf, dass es teilweise in strukturschwachen Gebieten nicht einmal mehr genug Anmeldungen für die Gymnasien gäbe. Dort könnten die Gymnasien umgehend mit den örtlichen Haupt- und Realschulen zusammengelegt und zu Integrierten Gesamtschulen umstrukturiert werden. „In einigen Gymnasien sind schon gesamtschulähnliche Strukturen vorhanden“, betonte Reichwaldt.
Kein Argument für das von der Niedersächsischen Landesregierung angestrebte Zweisäulen-System sei das gute Abschneiden beispielsweise Sachsens im PISA-Vergleich. An Sachsens Gymnasien seien die Klassen deutlich kleiner. „Niemand kann ernsthaft behaupten, dass mit mehr als 30 Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I noch vernünftige Pädagogik möglich ist“, sagte Reichwaldt.