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31. Juli 2009 Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin

DIE LINKE: Einkommensschwache Eltern brauchen mehr Unterstützung – Landesfonds „DabeiSein!“ muss erheblich aufgestockt werden

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat die Landesregierung aufgefordert, sich stärker für Schulkinder aus armen Familien einzusetzen. Viele Eltern in Niedersachsen könnten sich kaum noch die Kosten für den Schulbesuch leisten. Dies gehe aus der Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion hervor. Christa Reichwaldt, die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, sagte: „Schulbücher, Unterrichtsmaterialien, Kopierkosten, Verpflegung, Schülerticket – da kommt man schnell auf einige Hundert Euro pro Schuljahr. Das ist für viele Eltern nicht leistbar.“

Scheinheilig sei die Aussage der Landesregierung, es gebe ein Bündel staatlicher Maßnahmen, um jeden Schüler unabhängig von seiner sozialen Herkunft oder gesellschaftlichen Stellung seiner Begabung entsprechend zu fördern. Reichwaldt verwies darauf, dass der Sonderfonds „DabeiSein!“ der Landesstiftung „Familien in Not“ lediglich mit 250.000 Euro ausgestattet sei: „Bei einer Armutsquote von 14,6 Prozent in Niedersachsen erhält jeder bedürftige Schüler gerade einmal zwei Euro im Jahr. Dieser Fonds ist reine Symbolpolitik.“ Reichwaldt forderte die Landesregierung auf, die Hilfe für einkommensschwache Eltern erheblich aufzustocken.

Die Zahlen der Landesregierung belegten, dass die Bildungschancen immer stärker vom Einkommen der Eltern abhingen. Nach Angaben der Landesregierung zahlen 28,1 Prozent der Hauptschüler kein Geld für Schulbücher, weil sie aus sozialen Gründen davon befreit sind. An Gymnasium betrage diese Quote lediglich 4,4 Prozent. „Kinder wohlhabender Eltern gehen zum Gymnasium, Kinder armer Eltern zur Hauptschule – das muss sich endlich ändern“, sagte Reichwaldt.