
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat erneut den Umgang der Landesregierung mit dem Alkoholkonsum von Jugendlichen kritisiert. Wie deren Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion ergab, will das Innenministerium die Testkäufe durch Jugendliche weiter verstärken. Nach Ansicht von Patrick Humke-Focks, dem sozial- und gesundheitspolitischen Sprecher der Linksfraktion, ist dies der falsche Weg: „Die Frage ist nicht, wie leicht Jugendliche Alkohol kaufen können, sondern welche Haltung sie dazu haben. Das so genannte Koma-Saufen ist lediglich die Spitze des Eisbergs, das Problem ist die positive und unkritische Haltung, die viele Jugendliche zum Alkoholkonsum haben“.
Mit verschärften Gesetzen werde man dieses Phänomen nicht eindämmen können. „Den Jugendlichen wird schließlich überall suggeriert, wie schön das Leben mit Bier und Prosecco ist“, sagte der Sozialexperte. Ein Werbeverbot für Alkohol sei sinnvoller, da der Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen wissenschaftlich nachgewiesen sei. „Wenn wir einen Anstieg alkoholabhängiger Menschen verhindern wollen, müssen wir entsprechend handeln“, sagte Humke-Focks.
Falsch sei auch die Haltung von Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann, die großen Sportverbände könnten das Problem mit ihren Kampagnen wirkungsvoll bekämpfen. „Der Deutsche Fußballbund bringt zwar einige prominente Sportler für gute Anti-Drogen-Programme vor die Kamera, doch gleichzeitig wird kein Fußballspiel ohne Bierwerbung gezeigt. Die Sportverbände verdienen viel Geld mit der Alkoholwerbung“, sagte Humke-Focks.