
Hannover. Die Linksfraktion im Landtag hat eine schnellere Umsetzung des Krippenausbauprogramms in Niedersachsen gefordert. Niedersachsen hatte im vergangenen Jahr mit den Kommunen vereinbart, eine 35-prozentige Betreuungsquote bis zum Jahr 2013 erreichen zu wollen - Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge liegt das Land mit einer derzeitigen Betreuungsquote von lediglich 9,2 Prozent auf dem letzten Platz. „Das ist abenteuerlich schlecht. Was nützt den jungen Müttern und Vätern die Aussicht auf einen Platz in einer Kindertagesstätte in vier Jahren? Wir brauchen schnellstmöglich mehr Betreuungsplätze“, sagte Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion.
Das Ziel müsse ein Betreuungsangebot sein, das sich am realen Bedarf orientiere. „Alles andere ist eine familienfeindliche Politik“, so Reichwaldt. Sie mahnte zugleich, sich nicht nur an der Betreuungsquote zu orientieren - es komme auch auf den Inhalt an: „Wir brauchen für unsere Kleinsten hervorragende Erzieherinnen und Erzieher, die über ausreichend Zeit verfügen, sich um jedes einzelne Kind zu kümmern“. Außerdem dürfe es keine finanziellen Hürden für die Eltern geben; Reichwaldt erinnerte daran, dass ihre Fraktion deshalb im vergangenen Jahr ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr gefordert hat.
Nach Ansicht von Reichwaldt hapert es in Niedersachsen auch bei der Integration von Kleinkindern mit Behinderung sowie an der Ausstattung der Kitas. „Das alles ist eine Riesenbaustelle, und die Landesregierung schaut sich das alles an und verschiebt die Lösung ins nächste Jahrzehnt“, so Reichwaldt.