
Hannover. Die agrarpolitische Sprecherin der LINKEN im Niedersächsischen Landtag, Marianne König, erklärte zu den Vorschlägen, die die EU-Kommission vorgelegt hat, um die Not der europäischen Milchbauern zu lindern: „Das Aufkaufen von Milchquoten durch den Staat ist ein erster Erfolg für die Bauern. Jetzt müssen Landes- und Bundesregierung umgehend handeln, damit die Milchmenge reduziert wird. Die Landwirte benötigen wieder angemessene Preise für ihre Produkte.“
Dem Vorschlag von Landwirtschaftsminister Heinrich Ehlen, für Milchbauern eine Vorruhestandsregelung einzuführen, steht König skeptisch gegenüber. Dies sei maximal eine Notlösung, so König. „Eine Hofübergabe oder der Verkauf der Weiden verhindern keine Überproduktion.“
Zum Hintergrund: Trotz des vom Kartellamt verfügten Milchstreikverbotes kippen Milchbauern jetzt auch in Niedersachsen ihre Milch in die Gülle oder auf das freie Feld. Die niedersächsischen Landwirte, die sich in Hannover, Dannenberg, Leer, Warendorf und Bad Laer zu Aktionen getroffen haben, wollen sich mit ihren französischen und belgischen Kollegen solidarisch zeigen, die bereits seit Tagen im Milchstreik sind und viele Millionen Liter Milch weggeschüttet haben.