
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat den Neubau einer weiteren Atomanlage in Gorleben kritisiert. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog, sagte: „Was die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) so irreführend ‘Prüf- und Qualifizierungsgebäude‘ nennt, ist in Wahrheit eine Anlage, in der mit offenem Atommüll gearbeitet werden soll“. Laut GNS sollen dort 2000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Müll geöffnet werden. Bei solchen Vorhaben habe es schon in der Vergangenheit negative Überraschungen gegeben, erinnerte Herzog. Der Umweltpolitiker erinnerte an die so genannten Mol-Fässer, in denen kriminell untergemischtes Plutonium gefunden wurde.
„Wenn das Sicherheitssystem der neuen Anlage lediglich aus bereits vorhandenen Messeinrichtungen bestehen soll, wie die GNS das ankündigt, dann ist das vor diesem Hintergrund ein schlechter Witz“, so Herzog. Er forderte, die gesamte Angelegenheit sofort auf Landesebene zu behandeln.
Überhaupt werfe die Behandlung und Lagerung von Atommüll zunehmend neue Fragen auf. Der Atommüll aus der Asse dürfe nicht in Schacht Konrad eingelagert werden, da die Zusammensetzung nicht den Annahmebestimmungen entspreche und das Volumen zu groß sei. Herzog: „Schon deshalb ist nicht auszuschließen, dass die Pläne für Gorleben noch einmal ausgeweitet werden“. Bundesumweltminister Röttgen müsse die Planungen der Bundesregierung darlegen, wie denn mit den anfallenden Atommüllmengen verfahren werden solle. Dies gelte sowohl für die zusätzlichen Mengen aus der Asse als auch für die sich noch mal verdoppelnden Mengen hochradioaktiven Atommülls, die aus den von CDU und FDP gewollten Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke entstünden.