
Hannover. Für DIE LINKE im Landtag ist die Aufklärung des Suizids von Slawik C. in Abschiebehaft nicht erledigt. „Auch nach dem heutigen Bericht des Innenministeriums sind unsere Fragen nicht beantwortet“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Pia Zimmermann. Es sei weiterhin ungeklärt, warum die Behörden offensichtlich falsche Identifikationsdaten benutzt hätten, um die Passersatzpapiere für den Mann zu erhalten. „Das ist der Ausgangspunkt für die weiteren Ereignisse“, sagte Zimmermann.
Aus ihrer Sicht hätte Slawik C. niemals in Abschiebehaft landen dürfen. Ungeklärt sei auch, warum er trotz seines psychischen Zustandes abgeschoben werden sollte. Nach Ansicht von Zimmermann ist es jetzt Sache des Parlaments, eine umfassende Aufklärung des Falls zu forcieren. Zimmermann kritisierte außerdem die mangelnde Empathie der Landesregierung. „Es ist beschämend, dass das Innenministerium bis heute kein Wort des Bedauerns und der Entschuldigung für den Tod des Mannes gefunden hat. Und beschämend ist auch, dass nun dessen Frau abgeschoben werden soll – allein in ein Land, das ihr fremd ist.“