
Hannover. Christa Reichwaldt, die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, hat die Entscheidung von Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, die Hürden für Gesamtschulgründungen nicht zu senken, als vertane Chance bezeichnet. Auf Vorschlag des Ministers hatte das Kabinett entschieden, dass Gesamtschulen weiterhin mindestens fünfzügig sein müssen, mit 130 Kindern pro Jahrgangsstufe. „Althusmann hatte die Möglichkeit, sich positiv von seiner Amtsvorgängerin abzusetzen und endlich den Elternwillen zu respektieren. Doch er tritt in Heister-Neumanns Fußstapfen und belässt es bei den absurd hohen Anforderungen für die Errichtung von Gesamtschulen“, sagte Reichwaldt.
Die Landesregierung müsse umgehend vierzügige Gesamtschulen bewilligen, in Ausnahmen auch dreizügige. „Sonst ist es vor allem auf dem Land nahezu unmöglich, eine Gesamtschule zu errichten. Das ist diskriminierend“, sagte Reichwaldt. Landesweit wünschten sich tausende Eltern, ihre Kinder auf eine Gesamtschule zu schicken. Doch die Landesregierung ignoriere den Elternwunsch und führe stattdessen unbeirrt ihren ideologischen Kampf gegen Gesamtschulen fort. „Ich appelliere besonders an die kommunalen Mandatsträger aus der CDU und der FDP, ihren Parteikollegen in der Landesregierung die Meinung zu sagen. Denn die Kommunalpolitiker wissen, was die Menschen vor Ort wollen. Sie wollen mehr Möglichkeiten für ihre Kinder, Abitur zu machen. Dazu sind mehr Gesamtschulen nötig“, so Reichwaldt.