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29. Juni 2010 Patrick Humke-Focks, sozialpolitischer Sprecher

DIE LINKE: Flächendeckende Versorgung mit Hebammen gefährdet – viele können höhere Versicherungsbeiträge nicht aufbringen

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat davor gewarnt, dass die flächendeckende Versorgung mit Hebammen in Niedersachsen gefährdet ist. Patrick Humke-Focks, der sozialpolitische Sprecher der Fraktion, wies darauf hin, dass die Haftpflichtversicherungsprämie für selbstständige Hebammen ab dem 1. Juli von 2.370 auf knapp 3.700 Euro angehoben wird. „Diesen höheren Beitrag können viele nicht aufbringen. Die Hebammen erhalten unfassbar niedrige Honorare, viele verdienen lediglich 1000 Euro pro Monat. Die ersten haben ihren Job bereits aufgegeben. Es ist zu befürchten, dass nun in kurzer Zeit die Flächenversorgung mit Hebammen zusammenbrechen wird“, sagte Humke-Focks. Dabei sei dieses Problem in einem Flächenland wie Niedersachsen besonders brisant: Gerade in den abgelegenen Gebieten sei die Versorgung mit Hebammen wichtig. „Es geht dabei nicht nur um die reine Geburtshilfe, sondern auch um die Betreuung der Familien vor und nach der Geburt“, so Humke-Focks.

Besonders empöre ihn, dass sich alle Fraktionen im Landtag über den Stellenwert der Hebammen einig waren, die zugespitzte Situation von ihnen aber nur schweigend zur Kenntnis genommen werde. „Wenn die Hebammen auf Bundesebene im Stich gelassen werden, müssen wir auf Landesebene handeln“, betonte Humke-Focks. Er forderte die Landesregierung auf, die zusätzlichen Versicherungsbeträge der Hebammen kurzfristig zu übernehmen. „Langfristig müssen wir alles tun, damit die Hebammen ein angemessenes Honorar erhalten. Das ist überfällig“, so Humke-Focks.