
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat darauf hingewiesen, dass sogenannte Rockergruppen immer stärker mit Neonazis zusammenarbeiteten. „Rockergruppen wie die Hells Angels versuchen, ihren Einfluss nicht nur durch den Vertrieb von eigenem Bier und Zigaretten zu vergrößern, sondern auch durch ein Zusammengehen mit der Neonaziszene“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Pia Zimmermann. Das Zusammenwirken von kriminellen Organisationen mit Neonazis berge enormen Sprengstoff. Entsprechende Tendenzen seien insbesondere im Raum Wolfenbüttel zu beobachten. Laut Zimmermann haben sich Neonazis dem Wolfenbütteler Klub Red Devils angeschlossen, darunter sei ein Mitglied der Neonazikameradschaft „Honour & Pride Niedersachsen“, eine Person aus dem Spektrum der „Autonomen Nationalisten Wolfenbüttel/Salzgitter“ und der Hooligangruppe „Kategorie Braunschweig“ sowie eine Person aus dem Spektrum der „Kameradschaft Salzgitter“.
Bei einem von „Honour & Pride Niedersachsen“ organisierten Konzert der Hooligan-Band „Kategorie C“ am 2. Juni 2007 in einem Kleingartenverein in Wolfsburg seien Mitglieder der Hells Angels und der Red Devils Wolfsburg für den Bierausschank zuständig gewesen. Die Red Devils Seesen werden nach Angaben von Zimmermann vom Betreiber eines rechten Szeneladens angeführt. Die Landesregierung hatte erst in der vergangenen Landtagssitzung auf eine Anfrage mitgeteilt, dass dem Verfassungsschutz keine Erkenntnisse über eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Rechtsextremisten und Rockern vorlägen. „Die Landesregierung muss aufwachen und den Einfluss von sogenannten Rockergruppen zurückdrängen. Dabei wäre ein Verbot dieser Organisationen sinnvoll“, so Zimmermann.