
Hannover. DIE LINKE im Landtag beantragt einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA), der sich mit den Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft in Niedersachsen beschäftigen soll. Der Fraktionsvorsitzende Hans-Henning Adler sagte heute vor Journalisten in Hannover: „Bundespräsident Wulff hat zwar in seinem Fernsehinterview Transparenz versprochen; tatsächlich hat er aber Nebelkerzen gezündet, damit niemand mehr durchblickt.“
Wenn schon einen Tag nach diesem Interview sowohl die Bildzeitung als auch die BW-Bank zentrale Aussagen des Bundespräsidenten in Frage stellten, zeige das nur eins: „Wir können uns nicht auf freiwillige Angaben Wulffs und seiner Freunde verlassen; wir müssen dafür sorgen, dass die Beteiligten des ‚Systems Hannover‘ einem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen – zur Not auch unter Eid.“ Andere parlamentarische Instrumente wie Kleine Anfragen seien wenig geeignet, um derart komplexe Zusammenhänge aufzuklären.
Der PUA, den DIE LINKE beantragt, soll sich im Wesentlichen mit folgenden Fragen beschäftigen:
Welche Rolle hat der Unternehmer Egon Geerkens bei dem von seiner Frau gewährten Kredit gespielt, und welche Rolle spielte er bei der Umschuldung desselben in einen Kredit der BW-Bank?
Um das für einen PUA notwendige Quorum von einem Fünftel der Landtagsabgeordneten zu erhalten, hofft Adler auf die anderen Oppositionsfraktionen: „SPD und Grüne haben ähnliche Fragen wie wir. Wenn sie ernsthaft an Antworten interessiert sind, sollten sie unserem Antrag zustimmen.“