
Hannover. Angesichts der Infizierung von sechs Säuglingen mit einem Darmkeim in einem Stader Krankenhaus hat DIE LINKE die Landesregierung zum Handeln aufgefordert. Die Landesregierung müsse die Krankenhaushygiene anders als geplant durch eine eigene Verordnung verbessern, forderte Patrick Humke, der sozial- und gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion.
Erst in der vergangenen Woche wurde im Landtag das Niedersächsische Krankenhausgesetz verabschiedet. Dabei hatte die Landesregierung auf einen eigenen Abschnitt zur Krankenhaushygiene mit Verweis auf die kommende Verordnung des Bundes verzichtet. „Das war ein Fehler – eine solche Verordnung ist längst überfällig. Die Politik in Niedersachsen darf nicht länger auf den Bund warten, da weitere Verzögerungen zu erwarten sind“, sagte Humke. Die Infektionen in Stade hätten glücklicherweise noch zu keiner schweren Erkrankung geführt, dennoch zeige der Vorfall, wie wichtig eine Vorschrift zur Einhaltung von Hygiene ist. „Jedes Jahr sterben viele Menschen an Krankenhauskeimen.
Besonders erschreckend war auch kürzlich der Tod von drei Frühchen auf einer Säuglingsstation in Bremen. Diese Fälle sind eine dringliche Handlungsanweisung: Die Hygiene in den Krankenhäusern muss verbessert werden“, so Humke. Der gesundheitspolitische Sprecher verwies auf positive Beispiele in den skandinavischen Ländern und in Holland: Dort habe eine strikte Regelung dazu geführt, dass die Zahl der Infektionen auf annähernd null zurückging.